Netzwerk Ökolandbau Schleswig-Holstein

Liebe Interessierte des Netzwerkes Ökolandbau Schleswig-Holstein,

in den letzten Wochen wurden viele Zahlen, Daten und Fakten zum Ökolandbau veröffentlicht, die wir Ihnen hier zusammengestellt haben. Zudem erwarten Sie unter anderem ein kurzer Bericht zur diesjährigen Ökolandbaubau-Tagung des MELUND.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen unseres Newsletters.

Catherina Schnoor & Ida Herzberg

 

 
 
 

Ökolandbau-Tagung „Perspektiven für den Ökolandbau – Mehr Wissen über ökologische Landwirtschaft“

Am 28. Februar 2022 fand die digitale Ökolandbau-Tagung des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (MELUND) mit ca. 120 Teilnehmer:innen statt. Unter dem diesjährigen Thema „Mehr Wissen über ökologische Landwirtschaft“ gab es interessante Beiträge zu den vielfältigen Bildungsangeboten in Schleswig-Holstein und einen Blick auf den aktuellen Stand in anderen Bundesländern.

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Leitfaden für kuhgebundene Kälberaufzucht

In den vergangenen drei Jahren arbeitete die operationelle Gruppe (OG) „Kuhgebundene Kälberhaltung“ im Rahmen eines Europäischen Innovationspartnerschaft-Projektes (EIP) an der Entwicklung eines Handlungsleitfadens für die kuhgebundene Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung. Bei einer Online-Veranstaltung am 21. Januar 2022 wurde der Leitfaden vorgestellt. An der Veranstaltung nahmen 180 Interessenten aus Praxis, Beratung, Wissenschaft sowie von verschiedenen Organisationen, Ämtern und Meiereien/Molkereien teil. Die Teilnehmenden kamen größtenteils aus Deutschland, aber auch aus der Schweiz, Österreich und Italien. Der Leitfaden und weitere Tools stehen nun auf der Webseite des Projektes zum Download zur Verfügung. Die Motivationen der Praktiker:innen für ein kuhgebundenes Aufzuchtsystem sind durchaus vielfältig – ebenso wie die Umsetzung auf den Betrieben meist sehr betriebsindividuell erfolgt. Hier setzt der Leitfaden an und möchte Interessierten Unterstützung bieten. Acht Praktiker:innen arbeiten gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Beratung: Dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst, dem Institut für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik und dem Institut für Agrar ökonomie der Christian-Albrechts-Universität in Kiel sowie zwei Milchviehberater. Verantwortlicher Lead-Partner ist die Bioland-Geschäftsstelle Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern. (Beitrag von Svende Fischer, Bioland)

 

Aktiver Klimaschutz mit Humus +

Im Februar bewilligte das Bundeslandwirtschaftsministerium das Projekt "Humus +", ein gemeinsames Vorhaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und des Deutschen Bauernberands (DBV).  Mit dem flächendeckenden Aufbau der Humusvorräte soll durch die langfristige Bindung von atmosphärischem Kohlenstoff ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Auf 150 Betrieben sollen humusmehrende Maßnahmen wie Dauerbegrünung, nichtwendende Bodenbearbeitung und Agroforstsysteme praktisch umgesetzt werden. Wissenschaftlich begeleitet wird das Vorhaben vom Thünen-Institut. Ökologische und betriebswirtschaftliche Aspekte sollen umfassend bewertet werden.

Pressemitteilung BÖLW

 
 

Eiweißfuttermangel

Der laut IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte) völkerrechtswidrige Überfall Russlands auf die Ukraine hat bereits auch im Bio-Futtermarkt Auswirkungen. Hintergrund ist, dass etwa 80 % aller europäischen Sonnenblumen - auch biozertifizierte Ware - in der Ukraine angebaut werden. Hier zeichnen sich schon jetzt Probleme beim Transport der Ware in die Nachbarländer ab. Des Weiteren wurde durch die EU-ÖKO-Verordnung seit dem 1. Januar 2022 die Verwendung von konventionellen Eiweißfuttermitteln bei Monogastieren weiter eingeschränkt – was grundsätzlich begrüßenswert ist -  in dieser aktuellen Lage das Problem der Verfügbarkeit von Eiweißkomponenten aber zusätzlich verschärft.

(Beitrag von Simon Tewes, Bioland)

 

Schrot & Korn Leserwahl - Bioland-Hof Hohlegruft mit Silber ausgezeichnet

Bei der digitalen Gala am 16.02.2022 wurden „Die Besten Bio-Läden 2022“ der Schrot & Korn-Leserwahl prämiert. Dieses Jahr wurde unter anderem der Bioland-Hof Hohlegruft, der auch ein Teil des Leitbetriebe-Netzwerkes ist, mit Silber in der Kategorie Hofläden ausgezeichnet. Im Hofladen in Nehms werden hofeigene Produkte, Produkte von Nachbarbetrieben und ein Bio-Vollsortiment angeboten. Zudem wurde der Hofladen Klostersee mit Silber und die EVG Landwege mit Bronze ausgezeichnet.

Zu dieser Auszeichnung möchten wir ganz herzlich gratulieren!

 
 

Bio-Verpflegung auf dem Westhof

Foto: Westhof Bio-Gemüse GmbH & Co. KG

Sich jeden Tag auf das Mittagessen freuen, weil einen dort ein mit Liebe zubereitetes Drei-Gänge-Menü in Bioqualität erwartet – dieses Glück haben die Mitarbeiter:innen von der Unternehmensgruppe Westhof Bio in Dithmarschen. Seit 2020 ist Marcel Evers ein fester Bestanteil des Westhof-Teams und Koch aus Leidenschaft. Nach dem Motto „Was haben wir und dann machen wir was draus“ begeistert er jeden Tag aufs Neue mit seinem Mittagessen. Er sagt selbst: „An der Arbeit auf dem Westhof schätze ich, dass wir mit sehr guten Bio-Lebensmitteln arbeiten,  dass wir ausgewogen, saisonal und regional für und mit sehr lieben Menschen kochen.“ Aktuell kocht Marcel Evers zusammen mit seinem Team in seiner Restaurantküche für täglich ca. 30 Mitarbeiter:innen. Für die Zukunft ist eine Mitarbeiterkantine geplant, in der dann ungefähr 100-150 Essen täglich ausgegeben werden können. 

(Ein Beitrag von Marcel Evers, Koch der Unternehmensgruppe Westhof Bio)

 

Fortbildung "Fachkraft für Bio-Lebensmittel"- freie Plätze!

Die 8-tägige Fortbildung "Fachkraft für Bio-Lebensmittel" (IHK-Zertifikatslehrgang) bietet Mitarbeiter:innen im Lebensmittelhandwerk und -handel Kerninhalte zu den Themen:

  • Grundlagen der Ökologischen Landwirtschaft
  • Kontroll- und Zertifizierungsprozesse
  • Verarbeitungsrichtlinien für Bioprodukte
  • Bio-Produktwissen: Obst & Gemüse, Brot & Cerealien, Milch & Molkereiprodukte, Fleisch & Wurstwaren, Tee, Kaffee & Getränke
  • Lebensmittelqualität
  • Kommunikationsfähigkeit zum Mehrwert von Bio in der Kundenansprache

Die Fortbildung findet vom 25. - 28.04. und 09. - 12.05.2022 bei der Hofgemeinschaft Weide-Hardebek statt.

Weitere Infos und Anmeldung

 

Aktuelle Zahlen zur Entwicklung der deutschen Bio-Branche

Foto: BÖLW

Die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der Bio-Branche in Deutschland liegen vor.

Im Jahr 2021 stellten 320 Betriebe auf Bio um, 13,6 % aller Höfe in Deutschland sind Bio-Betriebe. Die Öko-Fläche wuchs 2021 um 81.762 Hektar (4,8 %) auf insgesamt 1.784.002 Hektar. In den letzten sechs Jahren stellten die heimischen Öko-Betriebe über eine halbe Million Hektar Landwirtschaftsfläche um. 64 % der Fläche werden nach den Standards der Bio-Anbauverbände bewirtschaftet.

Zudem kann im Bereich der Bio-Lebensmittelherstellung, Abpack- und Gastronomieunternehmen ein Zuwachs von 7 % verzeichnet werden, insgesamt gibt es in dem Bereich 17.350 Unternehmen. Seit 2015 stiegen 24 % mehr Betriebe in die Bio-Verarbeitung ein, während der bundesweit der Trend zu weniger Verarbeitungsunternehmen weiterhin anhält.

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Ökobarometer 2021

Foto: BMEL

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die Ergebnisse des Öko-Barometers 2021 veröffentlicht. Diese bestätigen nochmals das Wachstum des Bio-Marktes in Deutschland. Schwerpunktthema der Befragung 2021 war das Bio-Siegel, das 20 Jahre alt geworden ist.

Ergebnisse:

  • 41 % der Befragten wollen zukünftig mehr Bio-Produkte kaufen
  • Am häufigsten werden Eier, Obst und Gemüse, gefolgt von Kartoffeln, Milchprodukten und Fleisch- und Wurstwaren in Bio-Qualität gekauft
  • Gekauft werden die Bio-Produkte weiterhin am häufigsten im Supermarkt
  • Gründe für den Bio-Kauf: Regionale Herkunft, artgerechte Tierhaltung, eine gesunde Ernährung und möglichst naturbelassene Lebensmittel
  • Bei der Befragung zur „Bekanntheit des deutschen Bio-Siegels“ gaben 82 % an, dass ihnen das deutsche Bio-Siegel vom Aussehen her bekannt ist, obwohl die Befragten das Bio-Siegel nicht vorliegen hatten. Eine besonders hohe Bekanntheit zeigte die Befragung in der Gruppe der jungen Menschen bis 29 Jahren (93 %) und innerhalb der Altersgruppe zwischen 60 und 69 Jahren (91%)

Download Ökobarometer 2021

 

Neue Broschüre "Wertschöpfung mit alten Sorten und alten Rassen - Erfolgsgeschichten und Erfolgsfaktoren"

Foto: BLE Medienservice

Wie ländliche Regionen und Unternehmen mit Lebensmitteln aus besonderen oder gefährdeten Sorten und Rassen wirtschaftlich erfolgreich sein können, untersuchten Expertenteams in dem von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreuten Projekt „AgroBioNet“. Sie analysierten 21 Praxisbeispiele, identifizierten Erfolgsfaktoren und leiteten daraus Empfehlungen ab, die auf ähnliche Projekte übertragen werden können.

In der Abschlussbroschüre „Wertschöpfung mit alten Sorten und alten Rassen“ werden die Leuchtturmprojekte, Erfolgsfaktoren und Empfehlungen vorgestellt.

 
 
 
 
 

Die aktuellen Termine im Überblick