Ökolandbau-Tagung „Perspektiven für den Ökolandbau –Mehr Wissen über ökologische Landwirtschaft“

Am 28. Februar 2022 fand die digitale Ökolandbau-Tagung des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (MELUND) mit ca. 120 Teilnehmer:innen statt. Unter dem diesjährigen Thema „Mehr Wissen über ökologische Landwirtschaft“ gab es interessante Beiträge zu den vielfältigen Bildungsangeboten in Schleswig-Holstein und einen Blick auf den aktuellen Stand in anderen Bundesländern.

Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg

Zu Beginn machte Landwirtschafsminister Jan Philipp Albrecht deutlich, dass der Ökolandbau in Schleswig-Holstein ein wichtiger Impulsgeber zur Erreichung der Ziele im Umwelt- und Klimaschutz ist. Besonders die Ausbildungen, der Wissenstransfer und die Beratung von umstellungsinteressierten Landwirt:innen müssen laut Albrecht zukünftig stärker gefördert werden, um das Ziel von 15 % Ökolandbau bis 2030 in Schleswig-Holstein zu erreichen.

Dr. Karl Kempkens von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen betonte, dass der Ökolandbau in der Aus- und Fortbildung in den Bundesländern aktuell nicht überall ausreichend berücksichtigt wird und es dort einen dringenden Handlungsbedarf gibt. Die Grundlagen des Ökolandbaus sollten laut Kempkens in den Lehrplänen und in den Prüfungen der Ausbildungen verankert werden. Zudem sieht er die Notwendigkeit einer bundesweiten Koordinierung und nutzerorientierten Umgestaltung von Informations-, Material- und Medienangeboten, sodass diese allen Interessierten zugänglich gemacht werden können.

Sabine Bovensiepen von der Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (FüAK) in Bayern zeigte am dortigen Beispiel auf, welche vielfältigen Maßnahmen im Rahmen des Programms BioRegio 2020 umgesetzt wurden. Neben der personellen Verankerung in der Verwaltung wurde der Ökolandbau in die Lehrpläne der Landwirtschaftsschulen integriert, Lehrerfortbildungen eingeführt, eine zweite Fachschule eröffnet und es gibt Studiengänge mit dem Schwerpunkt Ökolandbau sowie zwei Öko-Akademien.

In der anschließenden Podiumsdiskussion der o.g. Redner:innen und dem Vorsitzenden der Landesvereinigung Ökologischer Landbau SH & HH (LVÖ), Dr. Peter Boysen, bestand Einigkeit, dass es erste Aktivitäten in den Ausbildungen der Landwirte gibt, dass jedoch das Wissen über den Ökolandbau entlang der gesamten Wertschöpfungskette integriert werden und sich die Politik klar dazu bekennen sollte.

Nachmittags stellten Referent:innen verschiedener Institutionen anhand von Kurzpräsentationen Angebote in der beruflichen Bildung und für Lehrkräfte sowie Umstellungsveranstaltungen, Beratungsmöglichkeiten für Landwirte und Projekte zur Praxisforschung zum Ökolandbau in Schleswig-Holstein vor. Unter anderem berichteten ein Berufsschullehrer, ein ehemaliger Berufsschüler und ein Ausbilder von ihren bisherigen Erfahrungen mit der Öko-Klasse im 3. Ausbildungsjahr zum/r Landwirt/in und dem Schwerpunkt Ökolandbau in der daran anschließenden Fachschule.

Die Geschäftsführerin der LVÖ, Annette Stünke, stellte die verschiedenen Tätigkeiten des Netzwerkes Ökolandbau Schleswig-Holstein in dem Bereich Angebote für Auszubildende und Lehrer:innen sowie dem Bereich Information und Wissenstransfer vor. Dazu gehört u.a. die Broschüre „Ökologischer Landbau in Schleswig-Holstein“, die momentan aktualisiert und im September neu erscheinen wird.

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