Netzwerk Ökolandbau Schleswig-Holstein

 
 
 

Auch in diesem Jahr lädt das Netzwerk Ökolandbau zu einer Veranstaltung zum Klimawandel ein. 

Landwirte, Berater und Wissenschaftler*innen diskutieren, wie die Landwirtschaft betriebliche Risiken minimieren, selbst weniger Treibhausgase produzieren und CO2 im Boden binden kann. Die Staatssekretärin Anke Erdmann (MELUND) hat ihre Teilnahme zugesagt.

Donnerstag, 22.11.2018, 14:00 – 17:45 Uhr

Halle der Landwirtschaftskammer, Grüner Kamp 15-17, 24783 Rendsburg

Themen sind: 

  • "Treibhausgasemissionen, Humusbilanzen und Nährstoffflüsse in ökologischen und konventionellen Pilotbetrieben" -H. Schmid, Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Technische Universität München
  • "Treibhausgasemissionen aus der Milchproduktion – Minderungspotentiale" - Dr. Thorsten Reinsch, Institut für Grünland und Futterbau/ Ökologischer Landbau, Christian- Albrechts-Universität zu Kiel
  • "Tierwohl und Klimaschutz in Milchviehbetrieben vereinbaren" - Dr. Hans Marten Paulsen, Thünen Institut für ökologischen Landbau, Trenthorst
  • "Anpassungsstrategien in der Praxis – Allgemeine Thesen" - Peter Friedrichsen, Unternehmensberater der Landwirtschaftskammer SH
  • "Maßnahmen zum Humusaufbau und zur CO2-Bindung in der Praxis sowie Angebot von CO2- Zertifikaten" -  Henning Knutzen, Boben op,/ Bio-Landwirt aus Hürup, EIP-Projekt „Innovation Kompostsysteme für mehr Bodenfruchtbarkeit“
  • "Klimaschutz, Klimaanpassung und ökonomische Vorteile: mit Ökolandbau kein Widerspruch! Erfahrungen aus dem EU-Projekt SOLMACC Lin Bautze" - FIBL, Wissenschaftliche Koordinatorin SOLMACC / FiBL - Forschungsinstitut für biologischen Landbau 

Das Programm finden Sie hier.

Anmeldung bis 19.11. : Monika Friebl, info@oekolandbau-sh.net, Tel: 04331-9438-172, Fax: -177

 

Foto: copyright © Gordon Welters/Greenpeace

Die Familie Backsen von der Nordseeinsel Pellworm verklagt die Bundesregierung auf Einhaltung der Klimaziele 2020 (CO2 Reduktion von 40% gegenüber 1990). Sie tut dies gemeinsam mit Greenpeace und zwei weiteren Familien, die ebenfalls direkt vom Klimawandel betroffen sind. 

„Ausschlaggebend für die Erkenntnis, dass wir einfach mal aufstehen müssen und uns was trauen sollten, war die Erklärung der Bundesregierung in diesem Sommer, das Handeln zum Erreichen des Klimaziels einzustellen. Die Halligen und Inseln in der Nordsee sind zuerst betroffen. Der ansteigende Meeresspiegel macht mir große Sorgen, denn die Deiche können irgendwann nicht mehr erhöht werden“, begründet Silke Backsen ihre Entscheidung.

Zusammen mit ihrem Mann Jörg Backsen bewirtschaftet sie einen Bio-Hof mit Rinderhaltung. Auch in Schleswig-Holstein sind die Folgen der Erderhitzung spürbar. Bereits heute ist die Durchschnittstemperatur 1,3°C höher als zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die Familie Backsen beobachtet schon seit Jahren wie Wetterextreme, darunter Starkregen und Sturmfluten, zunehmen. Das Land der Familie liegt, wie ein Großteil der Insel, bis zu einem Meter unter dem Meeresspiegel und ist daher vergleichbar mit einer Badewanne. Die Familie hat aufgrund der Wetterextreme 2018 massive Einbußen auf ihren Feldern erlebt. Im September 2017 stand ein Drittel der Insel Pellworm komplett unter Wasser, das nur langsam abfließen konnte – ein Zustand der sich mit dem Anstieg des Meeresspiegels verschlimmert.
"Nach diesem Sommer war das Thema Klimawandel in aller Munde, doch wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein großes Umsetzungsproblem. Das wollen wir uns nicht länger gefallen lassen und bitten um Unterstützung auf allen Ebenen. Das Problem des Klimawandels ist zu groß, um es immer wieder auf uns Individuen runter zu brechen - wir brauchen mutige Politiker*innen, die halten, was sie versprechen!", so Silke Backsen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wie man die Aktion als Betroffene*r des Klimawandels unterstützen kann lesen Sie hier

 

In Zeiten, in denen Niederschläge ausbleiben und Ernteerträge einbrechen, ist nicht nur die Frage nach einer klimaverträglichen Landwirtschaft, sondern auch die nach einer Klimaanpassung der Landwirtschaft aktueller denn je. Die Studie zeigt auf, warum das System der sogenannten „modernen“ Intensivlandwirtschaft eher klimaschädlich als klimasmart ist und warum ein paar Korrekturen mittels Big Data, Präzisionslandwirtschaft und Leistungssteigerung per Hektar oder Kuh daran nicht viel ändern werden.

Auf Dauer ausreichend Lebensmittel auf dem Planeten Erde herstellen zu können gelingt nur, wenn die Basisressourcen – Böden, Gewässer, biologische Vielfalt – erhalten werden. Wie Ackerbau und Tierhaltung wirklich klimasmart gestaltet werden können, warum man dafür Rinder nicht verteufeln darf und wie man landwirtschaftliche Systeme „resilient“ macht, damit sie Extremwetterlagen möglichst lange ausgleichen können, das zeigen Dr. Andrea Beste und Dr. Anita Idel in dieser Studie.

Die gesamte Studie finden Sie hier.

 

Wer produziert eigentlich die meisten Treibhausgase?
Die Organisationen GRAIN und IATP (Institute for Agriculture and Trade Policy) haben die weltweit größten 35 Milch- und Fleisch-Konzerne hinsichtlich ihrer Treibhausgasemissionen untersucht und festgestellt, dass diese ihre Produktion und Exporte weiter steigern und in den nächsten Jahrzehnten Exxon, Shell und BP als die größten Klimasünder der Welt überholen. 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Studie wurde übersetzt (von Henrik Maaß (jAbL), Kaya Thomas (jAbL) und Reinhild Benning (Germanwatch)) und kann hier heruntergeladen werden.

 

Klimarettung könnte einfach sein. In der Luft gibt es in Form von Kohlendioxid zu viel Kohlenstoff und im Boden zu wenig. Durch Humusaufbau kann man Kohlenstoff zurück in die Erde bringen.

In den letzten 100 Jahren verloren die Böden weltweit massiv an Humus. Früher lag der natürliche Humusanteil noch bei 5-10 %, heute meist nur noch bei 1-2%.
Techniken wie tiefes Pflügen, Chemiedünger und Pflanzenschutzmittel führen dazu, dass Bodenleben stirbt und Kohlenstoff freigesetzt wird, der an der Luft zu CO2 oxidiert. Schwere Maschinen verdichten den Boden, so dass Lachgas freigesetzt wird, 300 x klimaschädlicher als CO2.
Pro Hektar speichert 1 % mehr Humus umgerechnet 100 Tonnen CO2 in Form von Kohlenstoff, 130.000 Liter Wasser sowie viele Nährstoffe. Humose Böden puffern Trockenheit und extreme Nässe, indem sie in Bodenporen große Mengen Wasser aufnehmen. 1 % mehr Humus in globalen Böden könnte laut US-Bodenexperte Rattan Lal und anderen Forschern den CO2-Anteil in der Luft auf ein weitgehend ungefährliches Maß bringen: von derzeit 400 auf 336 ppm.

Dafür hat sich ein Bündnis aus Bio-Bauern, Aktivist*innen und Forscher*innen aus über 100 Ländern gegründet: www.regenerationinternational.org

 

Es unterstützt auch die deutsch-französische Initiative 4p1000, die Frankreichs Agrarminister beim Pariser Klimagipfel Ende 2015 vorstellte. Der Name verdeutlicht, dass ein jährlicher globaler Humusaufbau von nur 4 Promille ausreicht, um alle neuen CO2- Emissionen zu kompensieren.
www.4p1000.org/

 

Viele Projekte und Höfe arbeiten mit Permakultur, Agroforstsystemen, Waldgärten- und –weiden, regenerativen Weidesystemen, Bodenbedeckung, Gründüngung, Zwischensaaten, Fruchtfolgen, Mischkulturen und Wasserrückhaltung. 

 
 
 
 

Die aktuellen Termine im Überblick