Zukunft greifbar machen: 3D-Mapping der regionalen Bio-Wertschöpfungsketten

Mit kreativen Methoden machte ein Workshop der LVÖ sichtbar, wo die Herausforderungen und Chancen für mehr regionale Bio-Wertschöpfung in Schleswig-Holstein liegen.
- Rückblick auf die Öko-Aktionswoche 2026 in Schleswig-Holstein des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) -

Wie kann es gelingen, mehr regionale Bio-Lebensmittel aus Schleswig-Holstein in Kitas, Schulen, Kantinen und den Handel zu bringen? Welche Hürden bremsen die Wertschöpfungsketten – und welche Lösungen gibt es bereits?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Gemeinschaftsverpflegung im Rahmen der Öko-Aktionswoche Schleswig-Holstein. Das Netzwerk Ökolandbau SH der Landesvereinigung Ökologischer Landbau Schleswig-Holstein & Hamburg e. V. (LVÖ) hatte zum Workshop „Wertschöpfung neu denken – gemeinsam verstehen und weiterdenken“ eingeladen.

Wertschöpfungsketten zum Anfassen

Statt langer Vorträge stand praktisches Arbeiten im Mittelpunkt. Unter der fachlichen Begleitung der Werkstatt für Transformationsbegleitung CoCreatingFuture entstanden mithilfe der Methode des 3D-Mappings dreidimensionale Modelle der Wertschöpfungsketten für die Bereiche Kartoffel und Rind. Lego-Steine, Knete und Naturmaterialien halfen dabei, komplexe Zusammenhänge sichtbar und im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar zu machen.

Durch das gemeinsame Bauen wurden Engpässe, Wechselwirkungen und Entwicklungsmöglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich. Gleichzeitig eröffnete die Methode neue Perspektiven für den Austausch zwischen den unterschiedlichen Akteursgruppen.

Kartoffeln: Verarbeitung als entscheidender Baustein

Die Arbeitsgruppe zur Wertschöpfungskette Kartoffel untersuchte, wie regionale Bio-Kartoffeln häufiger in der Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt werden können. Schnell zeigte sich: Weniger die Erzeugung als vielmehr die Verarbeitung stellt derzeit die größte Herausforderung dar.

Vor allem fehlende Schälkapazitäten sowie Anforderungen an Logistik und Lagerung erschweren den Einsatz regionaler Ware in Kitas, Schulen und Kantinen. Hier sehen die Teilnehmenden großes Potenzial, um den Anteil heimischer Bio-Kartoffeln künftig deutlich zu steigern.

Rind: Regionale Strukturen ausbauen

Auch bei der Wertschöpfungskette Rind wurden bestehende Herausforderungen sichtbar. Die Teilnehmenden visualisierten die oft langen Transportwege sowie die komplexen Abläufe zwischen Landwirtschaft, Schlachtung, Verarbeitung und Vermarktung.

Besonders der Mangel an regionalen handwerklichen Schlachtstätten wurde als zentrales Hemmnis benannt. Gleichzeitig diskutierten die Arbeitsgruppen, wie sich regionale Verarbeitung, Direktvermarktung und die Zusammenarbeit mit Behörden künftig besser miteinander verzahnen lassen.

Gemeinsam Lösungen entwickeln

Der Workshop zeigte eindrucksvoll, welchen Mehrwert kreative Beteiligungsformate bieten können. Indem die Wertschöpfungsketten gemeinsam aufgebaut und betrachtet wurden, entstand ein neues Verständnis für die Herausforderungen und Chancen regionaler Bio-Strukturen.

Die Veranstaltung machte deutlich: Der Ausbau regionaler Wertschöpfung gelingt vor allem dann, wenn Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Gemeinschaftsverpflegung gemeinsam an einem Tisch – oder in diesem Fall an einem Modell – zusammenarbeiten.

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