Frauen gestalten Zukunft: Austausch zu Führung und Hofübergabe auf Gut Wulfsdorf

Vernetzung für Frauen in der Landwirtschaft im Rahmen der Öko-Aktionswoche 2026 in Schleswig-Holstein
- Rückblick auf die Öko-Aktionswoche 2026 in Schleswig-Holstein des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) -

Auf Gut Wulfsdorf in Ahrensburg kamen am 2. Juli insgesamt 25 Teilnehmende – 24 Frauen und ein Mann – zusammen, um sich über die Themen Frauen in Führungsrollen und Generationenwechsel in landwirtschaftlichen Betrieben auszutauschen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Landesvereinigung Ökologischer Landbau Schleswig-Holstein und Hamburg (LVÖ) e. V. über das Netzwerk Ökolandbau Schleswig-Holstein.

Die Wahl des Veranstaltungsortes war bewusst getroffen: Auf Gut Wulfsdorf befindet sich die Hofnachfolge derzeit in einer entscheidenden Phase. Georg Lutz übergibt den Betrieb schrittweise an seine Tochter Helene Lutz, ihren Bruder und ihren Partner – ein anschauliches Beispiel für die Herausforderungen und Chancen eines Generationswechsels.

Ein Betrieb mit vielen Facetten

Im Verlauf des Tages erhielten die Teilnehmenden nicht nur fachliche Anregungen und Gelegenheit zum intensiven Austausch, sondern lernten auch den vielseitig aufgestellten Demeter-Betrieb kennen. Tierhaltung, Acker- und Gemüsebau, Jungpflanzenanzucht, Direktvermarktung sowie verschiedene Bildungsangebote gehören zum Betriebskonzept. Die Betriebsbesichtigung machte deutlich, wie eng die praktische Umsetzung einer Hofübergabe mit der zukünftigen Ausrichtung eines Unternehmens verbunden ist.

Was eine erfolgreiche Hofübergabe ausmacht

Moderiert wurde die Veranstaltung von Martina Leißner, die mit abwechslungsreichen Beteiligungsformaten und praxisorientierten Übungen den Dialog zwischen den Teilnehmenden förderte.

In ihren Fachbeiträgen beschrieben Betriebsleiterin Helene Lutz und Hofnachfolgeberaterin Ingrid Meichelböck, welche Voraussetzungen den Übergabeprozess erleichtern. Sie betonten insbesondere die Bedeutung von gegenseitigem Vertrauen, einer offenen Gesprächskultur und gemeinsam entwickelten Zukunftsvorstellungen. Ebenso wichtig seien klare Zuständigkeiten, das bewusste Übertragen von Verantwortung und verlässliche Strukturen, damit sich unternehmerische Aufgaben und familiäre Anforderungen langfristig miteinander vereinbaren lassen.

Persönliche Einblicke aus dem Betriebsalltag

Besonders lebendig wurde der Austausch während der Gesprächsrunde mit Kathrin Abel-Brauns, Jule Jahn, Kathrin Rehders, Jana Lena Muhs und Stephanie Wetekam. Die Unternehmerinnen berichteten offen von ihren Erfahrungen und den unterschiedlichen Wegen, die sie in ihren Betrieben gegangen sind.

Dabei reichte die Themenvielfalt von Hofnachfolge und Vereinbarkeit von Familie und Beruf über finanzielle Absicherung, Gesundheit und Mitarbeiterführung bis hin zum Einsatz Künstlicher Intelligenz im Betriebsmanagement. Auch die Rolle von Partnerschaft, persönlichen Netzwerken und einem bewussten Ausgleich zum Berufsalltag wurde intensiv beleuchtet. Die persönlichen Erfahrungsberichte lieferten zahlreiche Anregungen und stärkten die Teilnehmenden darin, ihren eigenen Weg mit Zuversicht zu gestalten.

Austausch mit Blick nach vorn

Während der Hofführung wurde noch einmal deutlich, wie wichtig eine vielseitige Betriebsstruktur, transparente Verantwortlichkeiten, eine gute Organisation und eine offene Kommunikation für den nachhaltigen Erfolg eines landwirtschaftlichen Betriebes sind – insbesondere im Rahmen einer Hofübergabe.

Die Veranstaltung zeigte außerdem, wie groß das Interesse an weiteren Austausch- und Vernetzungsangeboten für Frauen in der Landwirtschaft ist. Das Netzwerk Ökolandbau Schleswig-Holstein der LVÖ greift diesen Wunsch auf und lädt bereits zur nächsten Gelegenheit ein: Im Rahmen der NORLA findet am Samstagvormittag, 5. September, gemeinsam mit dem Bio-Frauennetzwerk ein Frauenfrühstück statt. Alle interessierten Frauen sind herzlich willkommen.

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