Prof. Dr. Christel Baum in der Bodengrube
Bodenworkshop Teil 2
Das Netzwerk Ökolandbau Schleswig-Holstein (SH) organisierte in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer SH eine zweiteilige Veranstaltungsreihe auf dem Bio-Betrieb Schillerhof. Die Reihe fokussierte sich auf das Thema Boden und bot praxisnahe Einblicke in Bodenmanagement und Kulturführungsmaßnahmen.
Ziele der Veranstaltungsreihe: Praxisnahe Bodenkunde
Da die Auswirkungen von Kulturführungsmaßnahmen oft erst im Verlauf der Vegetationsperiode sichtbar werden, wurde die Veranstaltung als Workshop über zwei Termine im Jahr angeboten. Diese Struktur ermöglichte es den Teilnehmenden, die praktischen Effekte von Bodenpflege und Anbauverfahren zu beobachten und zu diskutieren.
Zweiter Termin: Fokus auf Bodenleben und Zwischenfrüchte
Der zweite Termin der Reihe fand am 30. Oktober 2025 statt und widmete sich Themen wie dem Bodenleben, der Entwicklung von Zwischenfrüchten und der Etablierung von Winterungen. Landwirt:innen aus dem ökologischen sowie konventionellen Sektor, sowie Berater:innen aus verschiedenen Bereichen trafen sich auf dem Schillerhof, um Erfahrungen auszutauschen.
Zu Beginn der Veranstaltung stellte sich die Gruppe der Teilnehmenden kurz vor. Dr. Matthias Schiller gab anschließend einen Überblick über seinen Betrieb und dessen Arbeitsweise. Darüber hinaus präsentierte die Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt (IGLU) ihr Beratungsangebot.
Fachvortrag von Prof. Dr. Christel Baum: Pilzkompost zur Bodengesundung
Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Prof. Dr. Christel Baum von der Universität Rostock. Sie referierte über den Einsatz von Pilzkomposten zur Verbesserung des bodenökologischen Zustands, insbesondere auf reinen Pflanzenbaubetrieben und Flächen mit Leguminosenmüdigkeit. Prof. Baum erklärte, dass die organische Düngung mit Pilzkomposten, die ein hohes C/N-Verhältnis aufweisen, eine vielversprechende Methode zur Förderung von Symbiosen sei. Auf Demonstrationsflächen mit reduzierter Mykorrhizierung aufgrund von Leguminosenmüdigkeit konnten positive Effekte festgestellt werden.
Praktische Feldbegehung: Beobachtungen auf dem Schillerhof
Im Anschluss an den Vortrag ging es hinaus auf die Felder des Schillerhofs, wo die Teilnehmenden gemeinsam mit Anna Schwinger und Ruben Soth von der Landwirtschaftskammer SH, Matthias Schiller sowie Prof. Dr. Baum drei verschiedene Schläge näher betrachteten.
Gruppe 1: Bodenanalyse und Zwischenfrüchte
Eine Gruppe besuchte mit Prof. Dr. Baum eine Bodengrube auf einer Zwischenfruchtfläche. Hier wurde die Depot Öko-Mischung von Viterra ausgesät, die besonders für Fruchtfolgen mit Leguminosen im Hauptfruchtanbau geeignet ist. Die Bodenstruktur und der Aufwuchs wurden eingehend untersucht, um Erkenntnisse über den Zustand des Bodens zu gewinnen.
Gruppe 2: Winterroggen und Drohnentechnologie im Einsatz
Die zweite Gruppe begab sich zunächst auf eine Fläche mit Winterroggen, auf der die Sorte „SU Bebop“ des Populationswinterroggens angebaut wurde. Diese Sorte zeichnet sich durch ihre hohe Ertragfähigkeit, Robustheit und Standfestigkeit aus. Besonders betont wurde ihre Eignung für weniger ertragreiche Standorte, da sie eine gute Nährstoff- und Wassereffizienz aufweist.
Anschließend besuchten die Teilnehmenden eine weitere Fläche mit Zwischenfrüchten, die ebenfalls mit der Depot Öko-Mischung von Viterra bestellt wurde. Auf dieser Fläche wurden verschiedene Methoden der Aussaat getestet, darunter der Einsatz von Drohnen. Ruben Soth erklärte zunächst die Funktionsweise der Drohne, bevor er einen Demonstrationsflug durchführte. Im Anschluss wurde der Bodenbestand untersucht, wobei verschiedene Methoden der Bodenbearbeitung und Aussaat verglichen wurden: Drohnenaussaat, Direktsaat, Aussaat nach Kurzscheibenegge, nach Kurzscheibenegge und Grubber sowie nach Pflug und Saatbettbereitung. Die Unterschiede in den Bearbeitungstechniken und deren Auswirkungen auf den Boden waren deutlich erkennbar. Die Drohnenaussaat erzielte in diesem Versuch jedoch keine zufriedenstellenden Ergebnisse.
Die Veranstaltung bot wertvolle Einblicke in die praktische Bodenpflege und den Einsatz innovativer Techniken wie Drohnentechnologie und unterschiedliche Aussaatmethoden. Die Teilnehmenden konnten praxisnahe Erkenntnisse gewinnen, die für ihre eigenen Betriebe und die nachhaltige Landwirtschaft von Bedeutung sind.