Untersaaten in Winterackerbohnen

Foto: Marten Schultz

Nach der Frühsommertrockenheit und enttäuschenden Leguminosenerträgen im vergangenen Jahr bauen immer mehr Landwirt:innen Winterungen an. Doch auch hier bleibt die Unkrautregulierung, insbesondere die Spätverunkrautung, ein Problem. Die Herbstniederschläge haben zudem gezeigt, dass ein geeignetes Management notwendig ist, um den von der Körnerleguminose fixierten Stickstoff sicher über den Winter zu bringen und für die Folgekultur verfügbar zu machen.

Marten Schultz und Hans-Jürgen Weilandt, erfahrene Bio-Anbauer von Winterackerbohnen, setzen auf Untersaaten für bessere Unkrautunterdrückung, Stickstoffbindung und Befahrbarkeit zur und nach der Ernte. Als LeguNet-Demobetrieb haben sie in diesem Jahr verschiedene Demoparzellen zum Thema Untersaaten in Winterackerbohnen angelegt. Erkenntnisse und Erfahrungen wurden bei einer Feldbegehung am 22. Mai 2024 mit über 20 interessierten Landwirt:innen geteilt.

„Für unsere Lage sind bei der WinterBohne bessere Erträge zu erwarten“, berichtet Marten Schultz, der auf langjährige Erfahrung mit Winterackerbohnen zurückblickt. „Mit einer Untersaat arbeiten wir schon seit Jahren. Gründe dafür sind die verminderten Stickstoffverluste zur Abreife und nach der Ernte, eine bessere Befahrbarkeit und Flexibilität nach der Ernte und für die Bestellung der nachfolgenden Kultur und die positiven Auswirkungen auf Bodenstruktur und Krümelbildung.“ Dieses Jahr wurde die Untersaat am 15. April mit dem letzten Striegelgang ausgesät. Neben der betriebsüblichen Variante „Green Carbon Fix“ von Camena wurden auch Varianten mit reinem Weißklee und eine Mischung aus Rohrschwingel und Weidelgras getestet. „Wir wollen herausfinden, welche Untersaat den meisten Stickstoff akkumulieren, diesen am besten im Boden halten und zur richtigen Zeit für die Nachfrucht verfügbar machen kann“, erklärt Magdalena Rangs, Regionalmanagerin vom LeguNet Schleswig-Holstein. „Klee könnte zusätzlich Stickstoff fixieren, während Gräser mehr freigesetzten Stickstoff in tieferen Bodenschichten aufnehmen können. Im Laufe der Vegetationsperiode werden wir Nmin-Proben nehmen und den Zustand der Nachfrucht bewerten.“

Einige Teilnehmer:innen der Feldbegehung wunderten sich, warum noch nicht viel von der Untersaat zu sehen ist. „Erst zur Abreife, wenn der Bestand wieder aufmacht, kommt Aussaat der Untersaat beim letzten Striegeldurchgang am 15.04.2024. Foto: Marten Schultz. Seite 2 die Untersaat durch und kann sich richtig etablieren“, erklärt Marten Schultz. „Nach der Ernte kann die Untersaat dann ungehindert weiterwachsen und garantiert uns eine gute Befahrbarkeit. Bei der Ernte selbst hat die Untersaat bislang noch nie Probleme gemacht.“ Je nach Witterung und Unkrautdruck in der Bohne passen Marten Schultz und Hans-Jürgen Weilandt die Nachfrucht flexibel an. „Diese Flexibilität ist nur durch die Untersaat möglich. Sollte eine Herbstansaat wegen Nässe nicht mehr möglich sein, bleibt die Untersaat über Winter stehen, eine Schwarzbrache wird vermieden. Je nach Unkrautdruck kann die Untersaat auch direkt in ein Kleegras überführt werden.“ Normalerweise folgt Winterraps auf Winterbohnen, was einen doppelten Vorfruchtwert bietet: Die Bohne hinterlässt viel Stickstoff für den Raps, während ein Getreide den guten Vorfruchtwert des Rapses nutzen kann. Dieses Jahr entscheidet sich Marten Schultz jedoch gegen Winterraps als Nachfrucht wegen des starken Ackerfuchsschwanzdrucks in den Bohnen. „Wenn wir stattdessen Sommergetreide anbauen, haben wir mehr Zeit für eine angepasste Ackerfuchsschwanzregulierung nach der Ernte. Die Untersaat wird nach der Ernte gemulcht, und durch oberflächliche Bodenbewegung können die ausgesamten Ackerfuchsschwanzsamen zum Keimen angeregt werden. Ein Teil der Samen wird zudem durch UV-Strahlung und Bodenleben an der Oberfläche zerstört. Um den Gräsern in der Untersaat Herr zu werden, kommen wir um flaches Pflügen nicht herum.“ Auf die Gräser in der Untersaatmischung wollen die beiden jedoch nicht verzichten. „Für die Bodengare sind Gräser essenziell“, betont Hans-Jürgen Weilandt.

Eine häufig gestellte Frage während der Feldbegehung war der Zeitpunkt der Aussaat der Untersaat. Eine im Herbst ausgebrachte Untersaat verringert die Durchfahrten mit dem Striegel und damit die Bodenbewegung, die Lichtkeimer wie den Ackerfuchsschwanz zum Keimen anregt. Die Untersaat würde zudem die karge Bodenbedeckung der Ackerbohne über Winter ergänzen und könnte die Bohne vor Frostschäden schützen. Durch die lange Vegetationsperiode stellt die Untersaat jedoch eine Konkurrenz zur Bohne dar und könnte noch vor der Bohnenernte aussamen, was zu Unkrautproblemen im Folgejahr führen kann. Eine spätsaatverträgliche und sicher abfrierende Untersaat, wie beispielsweise Rauhafer, könnte Abhilfe schaffen. Mit einer reduzierten N-Auswaschung zur Abreife der Bohne ist hier jedoch nicht zu rechnen. Die Feldbegehung und die lebhaften Diskussionen unter den Praktiker:innen haben gezeigt: Bei diesem innovativen Anbausystem gibt es noch viel Potenzial für zukünftige Experimente und Verbesserungen. Hier geht es zum Legunet

Text: Magdalena Rangs

Magdalena.rangs@bioland.de