Nematoden & Co: Herausforderungen im geschützten Gemüseanbau

Am 22.7.2019 trafen sich knapp 40 Interessierte in der Gemüsegärtnerei Breklingfeld von Julia Johannsen und Willi Höft, um an der Veranstaltung des Netzwerkes Ökolandbau SH zum Thema „Schädlinge im geschützten Anbau und deren Regulierungsmöglichkeiten im ökologischen Anbau – vertiefend am Beispiel Minierfliege und Nematoden“ teilzunehmen. Es handelte sich dabei um eine von der Landwirtschaftskammerammer anerkannte Fortbildungsveranstaltung zum Erwerb des Sachkundenachweises gemäß §7 Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung.

Nach der Begrüßung durch Inken Kuhn, Netzwerk Ökolandbau SH, und Achim Holzinger, Bioland Berater für Gemüsebau, referierte Sabine Steffensen von der Landwirtschaftskammer über die rechtlichen Rahmenbedingungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Das Hauptaugenmerkt richtete sie dabei auf die ab dem 14.12.2019 in Kraft tretenden Veränderungen im Rahmen der EU-Pflanzenschutz-Verordnung. Des Weiteren ging sie auf Änderungen ein, die ab 2020 relevant werden. Als Quintessenz stellte Frau Steffensen fest, dass ein Umdenken beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln insbesondere bei konventionell wirtschaftenden Betrieben stattfinden muss.

Nach einer Einführung von Achim Holzinger zum Thema Nematoden, erläuterte Michael Scharf, ehemaliger Mitarbeiter des Pflanzenschutzamtes Hamburg und seit kurzem im Ruhestand, verschiedene Ansätze bei von ihm durchgeführten Versuchen gegen Nematoden, die leider noch nicht zu einer praxistauglichen Lösung geführt haben.

Gärtner Willi Höft führt in seinem Gewächshaus ebenfalls Versuche zur Bekämpfung von Nematoden durch. Hierbei bietet er den Nematoden mit einer Gründüngung - in diesem Fall Kleegras - eine Wirtspflanze und Nahrungsalternative an, um sie von den Tomaten- und Gurkenpflanzen abzulenken. Die von den Teilnehmenden begutachteten Pflanzen wiesen zwar keinen wesentlich geringeren Nematodenbefall auf als die Nachbarpflanzen ohne Gründüngung. Es waren aber positive Effekte durch die Gründüngung festzustellen: im Gegensatz zur Folie wird die Gründüngung nicht so heiß, so dass das Arbeiten im Gewächshaus angenehmer ist. Zusätzlich wird ein Lebensraum für Nützlinge geschaffen, in dem diese sich aufhalten können, bis sie an den Nutzpflanzen benötigt werden.

Dr. Petra Christiansen-Weniger von der Firma Borby-Control beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem gezielten Einsatz von Nützlingen in geschützten Kulturen und berichtete anschaulich von ihren Erfahrungen mit dem Problemschädling Spinnmilbe in Gurken- und Tomatenkulturen. Sie bestätigte: "Werden vor einem akuten Befall Raubmilben in die Gründüngung gegeben, finden diese hier optimale Bedingungen, um auf ihren „Einsatz“ zu warten".

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Schädlingsproblematik im geschützten ökologischen Gemüseanbau die Gärtner*innen nach wie vor vor große Herausforderung stellt und es weiterer Untersuchungen bedarf, um wirksame Lösungen zu finden.

Die Vorträge befinden sich in den Anhängen