Mutterkuhhaltung, Ackerbau und Schafe - Betriebsführung bei Andreas Koch in Wisch

Prüfung der Bio-Rapsbestände durch erfahrene Bio-LandwirtInnen.

Raps geht doch im Bio-Anbau! Um sich davon zu überzeugen waren viele der TeilnehmerInnen gekommen. Auch die Firma Zwergenwiese, die sich intensiv im Einkauf regionaler Bio-Rohstoffe für seine Brotaufstriche engagiert, war vertreten.
Seit 7 Jahren baut Andreas Koch Raps an. Probleme mit Rapsglanzkäfern von konventionellen Feldern hat er nicht. Grund dafür ist, dass seine Schläge von Knicks umgeben sind, die viele Nützlinge beherbergen. Außerdem bestellt er den Raps früh (möglichst Anfang August) mit frühen Sorten, die blühen bevor die Käferpopulation eine ertragsverringernde Höhe erreicht.
Damit der Raps ein schnelles Jugendwachstum durchläuft, wird die Vorfrucht Kleegras früh mit einem Grubber halb umgebrochen und teilweise rückverfestig, so dass ausreichend Stickstoff mineralisiert. Gepflügt wird 20-25 cm tief.
Der Raps geht relativ groß in den Winter, ist aber bisher auch nach Frost wieder ausgetrieben. Für den Rapsanbau werden 6-7 Jahre Anbaupause in der Fruchtfolge eingehalten. Im letzten Jahr wurden 3 t Raps geerntet. Auch die Ölausbeute > 40% war zufriedenstellend.
Dem Raps folgt z.B. Dinkel in der Fruchtfolge. Dieser brachte im letzten Jahr > 4 t und er steht auch in diesem Jahr vielversprechend.
Sehen konnten die Besucher auch Hafer mit Kleegrasuntersaat sowie die Weiden der Limousin-Mutterkühe und Mastbullen. Die Bullen entwickeln sich gut auf den Weißkleeflächen. Die Schläge werden mit Gülle gedüngt, um die Kalium- und Phosphorversorgung zu verbessern.
Die Flächen sind frei von Parasiten und werden erst nach 3-jähriger Wartezeit wieder beweidet.
Die Tiere erhalten täglich 2 kg Getreide, damit sie die Schlachtreife erreichen und zahm für eine umgängliche Handhabung sind. Nach 20-24 Monaten werden sie mit einem Gewicht 350-400 kg geschlachtet.
Andreas Koch ist Mitgesellschafter der Vermarktungsgesellschaft Bioland Schleswig-Holstein und hat so einen verlässlichen Abnehmer für seine Tiere und Mitspracherechte bei der Vermarktung. Die Strategie der Vermarktungsgesellschaft ist auf Langfristigkeit, Risikoabsicherung und Solidarität zwischen den Mitgesellschaftern ausgelegt.
Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit gibt es auch mit der Hofschlachterei von Rainer Muhs im 5 km entfernten Krummbek, der einige seiner Rinder schlachtet, verarbeitet und erfolgreich direkt vermarktet.

Lesen Sie auch:  https://shop.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1343-raps.pdf