Das ist so schön, die haben alle Schwänze….!

Diese Feststellung machte Manfred Marcks, Lehrer des BBZ Schleswig bei der Betriebsbesichtigung am 25.6. bei der Abild Autzen Ökoferkel KG in Tarp. Die Schüler*innen des zweiten Berufsschuljahres nutzen die Möglichkeit, einen Einblick in die Outdoor-Schweinehaltung unseres Leitbetriebes zu bekommen.

Auf dem Betrieb werden 530 Sauen outdoor gehalten und etwa 12.000 Ferkel produziert. Obwohl die Mindestsäugezeit der Ferkel im Ökolandbau 40 Tagte beträgt, bleiben die Ferkel hier sogar 7 Wochen bei der Mutter. Die von den Schüler*innen geäußerten Bedenken, dass die Sau darunter leiden würde, konnte Jon-Peer Autzen entkräften. Die Sauen nehmen zwar zwischenzeitlich stark ab, aber da den Ferkeln schon sehr früh Beifutter angeboten wird, nehmen sie dieses in den letzten zwei Wochen der Säugezeit vermehrt auf, so dass die Mutter sich wieder erholen kann. Vorteil hierbei ist, dass die Ferkel sich schon an das Futter gewöhnenund so die Umstellung für das Verdauungssystem nach dem Absetzen nicht so groß ist.

Zurzeit werden alle Ferkel in Outdoor-Hütten gehalten, die immer wieder versetzt werden müssen. Vor allem im Winter ist der Arbeitsaufwand dadurch sehr groß. Aus diesem Grund wird jetzt ein neuer Stall nach eigenen Ideen gebaut. Ferkelgruppen von 60 Tieren werden auf Stroh unter einem Pultdach gehalten, so dass sie sich die meiste Zeit auch weiterhin draußen aufhalten. Hier ist die Gefahr des Einfrierens der Leitungen geringer, die Fütterung ist einfacher und die wirtschaftseigenen Dünger können besser geborgen werden.

Die Sauen sind Teil der Fruchtfolge. Sie stehen in Gruppen von 60-70 Sauen auf permanent eingezäunten Flächen. Nach einem Jahr „wandern“ die Sauen zur nächsten Fläche und Getreide oder Mais folgen in der Fruchtfolge. Auf anderen Flächen, die nicht für die Sauenhaltung genutzt werden, kommen die wirtschaftseigenen Dünger wie Mist und Jauche gezielt zum Einsatz. Auf der großen Fläche sind die Sauen durch Zäune voneinander getrennt. Nur die Ferkel kommen unter dem Elektrodraht durch und fangen nach 2-3 Wochen an, das Terrain weiträumig zu erforschen.

Für die Schülerinnen und Schüler war es interessant zu sehen, dass Schweine auch so gehalten werden können. Krankheiten oder Ferkelverluste spielen auf diesem Betrieb keine große Rolle. Trotz der langen Schwänze gibt es keine Verletzungen. Alle Schweine sehen vergnügt, munter und gesund aus.