Bio- Hühnerhaltung, Kartoffelbau und Vermarktung - Betriebsführung bei Familie Greve in Schülp bei Rendsburg

Dieter Greve mit einer Domäne Silber Henne, einer Züchtung der Ökologischen Tierzucht gGmbH (ÖTZ)

15 Jahre Wochenmarkt in Hamburg haben die Greves bekannt gemacht. Sie verkaufen ihre Eier und Kartoffeln an Bio-Großhändler wie Grell und Alnatura sowie an 40 Budnikowski Drogeriefilialen.
500 Eier / Tag werden täglich direkt ab Hof verkauft. Aus einer Art „Babyklappe“ können die Kunden die Produkte selbst nehmen und bezahlen. Nicht alle schaffen es ehrlich zu sein, aber für die wurde eine Kamera aufgestellt.
Auch die Haltung der Legehennen und der Ackerbau werden mit Begeisterung betrieben und Greves sind gerne bei innovativen Projekten dabei. So engagieren sie sich beim Europäischen Innovation-Programm (EIP) in den Gruppen "Seniorhennen" und "Innovation Kompostsysteme für mehr Bodenfruchtbarkeit".

Insgesamt 6.000 Hühner werden in 4 Ställen mit Auslauf gehalten. Zwei Ställe sind mobil und werden wöchentlich an einen neuen Standplatz gefahren, damit sich die abgeweidete und zerscharrte Fläche wieder erholen kann und die Hühner immer frisches Gras zur Verfügung haben.
Die Ställe wiegen 23 t und sie zu bewegen ist aufwendig. Zuvor muss der Stall in wasserdichte Container ausgemistet werden. Auch Futter und Wasser müssen zum Feld gebracht werden.
Die Hühnern haben hier statt der vorgeschriebenen 4 m² sogar 11 m² Fläche/Tier. Sie fressen auch gerne die eiweißreichen Unkräuter wie Quecke von den Flächen, auf denen später Getreide angebaut wird.

Gehalten werden die Rassen Lohmann braun sowie die Rasse Domäne Silber, die von der Ökologischen Tierzucht gGmbH (ÖTZ) stammt. Die Domäne Silber Hennen nutzen den Auslauf intensiv und fressen viel Gras. Sie sind schwerer und vital, legen aber ca. 15% weniger Eier als ihre Kolleginnen aus konventioneller Zucht, durchschnittlich 260 Eier/ Jahr.

Die Hühner erhalten ein Alleinfutter der Gut Rosenkrantz Biofutter für die Dieter Greve das Getreide und Leguminosen liefert. Auch gekochte Kartoffeln und gekochte Eier werden gefüttert. Außerdem werden Getreidekörner in den Stall gestreut, damit die Hennen beschäftigt sind und die Strohschicht auflockern.
Strohballen und ein Sandbad mit Vulkansteinstaub verschaffen weitere Abwechslung. Der Staub geht beim Baden ins Gefieder und scheuert Parasiten heraus.
Nach der interessanten Führung gab es bei weiteren Gesprächen tollen Bio-Kuchen, Torte und Waffeln mit Kirschen, gebacken von Karin Greve.

Im Anschluss ging es noch zu hofferneren Ackerflächen zu Bestände von Braugerste, Sommer-Triticale, Sommerweizen sowie Kartoffeln der Sorte Augusta mit einem Blühstreifen.
Dieter Greve setzt auf Ölrettich als Zwischenfrucht zur Unterdrückung der Beikräuter und hat keine Probleme mit Krautfäule in Kartoffeln, die er mit Kupfer behandeln muss.